7 Städte für Kunstbegeisterte

Foto: Flickr/Phillip Pessar

Foto: Flickr/Phillip Pessar

Kunst lässt viele Herzen höher schlagen, denn es ist eine besonders eindrucksvolle Art, persönliche Eindrücke, Meinungen oder Botschaften zu vermitteln. Ob alte Künste oder moderne Gegenwartskunst - viele Menschen lassen sich gerne von den künstlerisch verpackten Wahrnehmungen kreativer Köpfe inspirieren und zum Nachdenken anregen. In einigen Städten macht es besonders viel Spaß, sich auf die Spurensuche nach künstlerischen Ausdrucksformen zu begeben, denn das ist nicht nur in Museen oder Galerien möglich! Gerade zeitgenössische und moderne Künstler bspw. aus der Pop-Szene machen ihre Kunst öffentlich zugänglich und beeinflussen die Stadtbilder der folgenden sieben Städte nachhaltig. Hier kann man sich wunderbar auf eine Entdeckungsreise moderner Streetart sowie älterer Künste begeben und bei einem Städtetrip mit vollen Händen aus verschiedenen kreativen Inspirationsquellen schöpfen. 


1. Miami, Florida

Flickr: Foto/Dan Lundberg

Flickr: Foto/Dan Lundberg

“I`m going to Miami” singt Will Smith nicht ohne Grund, denn die Stadt Südfloridas ist ein Juwel für Kunstliebhaber der Pop-Szene und kunstaffine Menschen aus aller Welt. Auf keinen Fall sollte man einen Spaziergang durch das Wynwood – Viertel verpassen. Denn in der lebhaften Kunstszene dieses Viertels gibt es nicht nur über 70 Galerien, sondern auch professionelle Streetart. Die bekannten “Wynwood Walls” sind von namenhaften Graffiti- und Wandmalerei-Künstlern gestaltet. Viele dieser eindrucksvollen und großflächigen Werke sind in einem kleinen geschlossenen, aber kostenlosen Park zu sehen. Doch auch in den Gassen und Nebenstraßen des gesamten Viertels gibt es Pop-Art und Skulpturen zu entdecken, so dass sich ein ausgedehnter Spaziergang auf jeden Fall lohnt. Wenn man eine (Kunst-) Pause braucht, kann man in eines der kleinen Szene-Cafés einkehren oder sich die Zeit in einer der originellen und stylischen Boutiquen und einzigartigen Shops vertreiben. Lohnenswert ist auch ein Abstecher in die innovative Fredric Snitzer Gallery, die bereits in den 70er Jahren eröffnet wurde. Aber auch in anderen Stadtteilen Miamis gibt es Anlaufpunkte für Kunstliebhaber! Im “Design District” befindet sich die Avant Gallery, in der es sehr verschiedene Kunstobjekte (Gemälde, Skulpturen, Interieur) zu sehen gibt. Das 6th Street Container verbindet auf kreative Weise Theater, Tanzstudio und Friseursalon sowie Raum für experimentelle, alternative und auch provokative Kunst. Wer Lust auf Eindrücke der besonderen Art hat, kann sich im World Erotic Art Museum in Miami Beach von erotischen Darstellungen der letzten 200 Jahre inspirieren lassen. 

2. Turin, Italien

Foto: Flickr/Fulvio Spada

Foto: Flickr/Fulvio Spada

Natürlich gibt es zahlreiche Städte in Italien, die sich für Kunstliebhaber anbieten, doch auch die ehemalige Fiat-Metropole Turin sollte man auf keinen Fall auslassen. Hier entwickelt sich gerade eine zeitgenössische Kunstszene, die nicht mit der “alten Kunst”, wie sie in Florenz, Rom oder Venedig zu bestaunen ist, in Konkurrenz treten will. Außerdem ist die schöne Stadt vor der Kulisse der Alpengipfel Standort von Italiens größter Messe für zeitgenössische Künste. In einer umgebauten ehemaligen Fiat Fabrik findet in diesem Jahr zum 23. Mal die Artissima statt. Vom 4. – 6. November können Kunstbegeisterte im Oval Lingotto die Werke von Galeristen und Ausstellern aus aller Welt bestaunen und -falls das nötige Kleingeld vorhanden ist- auch erwerben. Die abwechslungsreiche Messe bietet auch unbekannten Künstlern die Möglichkeit, ihre Kunst in Einzelausstellungen zu präsentieren, so dass man als Besucher die Chance hat, bekannte und auch aufstrebende Künstler kennen zu lernen. Turin hat jedoch nicht nur die Artissima zu bieten. In den letzten Jahren wurden Turins Museen aufwendig ausgebaut und ausgestattet, so dass man hier auch in den Genuss der “alten” Künste kommen kann. In der Pinacoteca Giovanni e Marella Agnelli finden sich Werke des 18. – 20. Jahrhunderts und auch die Gemäldesammlung im Haus Savoia sollte man nicht verpassen. 

3. Colombo, Sri Lanka

Foto: Flickr/Vikalpa | Groundviews | Maatram | CPA

Foto: Flickr/Vikalpa | Groundviews | Maatram | CPA

Die Hauptstadt Sri Lankas ist dabei, sich zu einem reizvollen Reiseziel für Künstler und Kunstliebhaber zu entwickeln und man darf gespannt sein, was sich hier in nächster Zeit noch entwickeln wird. Im Jahr 2009 fand die erste Art Biennale unter dem Namen “Imaging Peace” statt. Vor dem Hintergrund von Sri Lankas konfliktreicher Vergangenheit ist die Vision, die hinter der Colombo Art Biennale steht, die Darstellung individueller und reflexiver Prozesse sowie die harmonische Vereinigung von Sri Lankas Künstlern. In diesem Jahr heißt das Motto “Conceiving Space” (25.11. – 22.12.2016) da sich die Ausstellung auf unterschiedliche Wahrnehmungen von “Raum” und verschiedene Möglichkeiten fokussiert, “Space” zu nutzen. Auf der Suche nach Colombos Streetart findet man inmitten der Geschäftigkeit des Stadtteils Slave Island, südlich des Geschäftsviertels Fort, ganz besondere Graffiti Stencils. In ausdrucksstarken Portraits von Einheimischen und Szenen ihres alltäglichen Lebens verbinden sich schonungslos realistische Details mit der Spontaneität von Graffitikunst. Hinter diesen beeindruckenden Werken steckt der Franzose Christian Guémy (Künstlerkürzel C215), der Colombo mit seiner Streetart bereichert. Unbedingt sehenswert! 

4. Berlin, Deutschland

Foto: Flickr/Alexander Hüsing

Foto: Flickr/Alexander Hüsing

Berlin darf natürlich auf einer Liste für Städte mit großer künstlerischer Ambition nicht fehlen. Unsere Hauptstadt hat einiges zu bieten und ist im internationalen Vergleich der Städte mit aufstrebenden und lebendigen Kunstszenen ganz weit vorne. Wenn man als Kunst-Enthusiast nach Berlin kommt, hat man eine große Auswahl an Angeboten und Möglichkeiten. Da gibt es natürlich die Klassiker der Berliner Museumslandschaft: Pergamon, Bode, Neues Museum und Alte Nationalgalerie. Diese Top-Museen machen ein breites Spektrum an Kunst und Kulturgegenständen unterschiedlicher Epochen zugänglich. In jedem dieser berühmten Museen kann es schnell passieren, dass man überwältigt von Eindrücken jegliches Zeitgefühl verliert. Fans der modernen Kunst sollten die Berlinische Galerie besuchen, in der es “Kunst in Berlin 1880-1980” zu sehen gibt. Eine aktuelle Ausstellung steht unter dem Titel Visionäre der Moderne und zeigt Werke von Paul Schubart, Bruno Taut sowie Paul Goesch (noch bis zum 31.10.2016). Möchte man Geschichte und Streetart als Gesamtpaket, dann ist die East Side Gallery in Friedrichshain der ideale Anlaufpunkt. Diese Open-Air Galerie verknüpft Historie und Kunst auf dem längsten noch erhaltenen Teilstück der legendären Berliner Mauer. Für Fans der öffentlichen Kunst ist Berlin generell ein “Muss”, denn Urbanart und Streetart findet sich an den außergewöhnlichsten Ecken und in den verstecktesten Nischen. Berlins Straßenkunst ist weltweit bekannt: Künstler wie El Bocho, XOOOOX oder Evol leben und arbeiten hier, sogar Banksy hat sich in Berlin schon verewigt! 

5. Amsterdam, Niederlande

Foto: Flickr/Dominique Darcy

Foto: Flickr/Dominique Darcy

In Amsterdam bekommen kunstaffine Urlauber ein gemütliches Stadtambiente, zahlreiche Museen mit einmaligen Kunstwerken sowie eine breitgefächerte moderne Kunstszene geboten. Das Stedelijk Museum (Museumplein 10) bietet eine Auswahl an moderner und zeitgenössischer Kunst sowie interessante Sonderausstellungen. Weitere Highlights für Begeisterte der modernen Kunstszene befinden sich unter anderem in der Flatland Galerie (Lijnbaansgracht 314) und der Galerie Fons Welters (Bloemstraat 140-C). Auf keinen Fall sollte man einen Besuch des Van Gogh Museums auslassen, wo die berühmtesten Gemälde, wie z.B. “The Sunflowers” von 1889 oder das eindrucksvoll düstere “The Potato Eaters” (1885) bestaunt werden können. Man kann aber nicht nur auf den Spuren des legendären Van Goghs wandeln, sondern im Rembrandthaus zahlreiche Kunstwerke eines weiteren beeindruckenden Künstlers betrachten. Das Rembrandthuis, in dem Rembrandt 20 Jahre lebte und arbeitete, befindet sich im Herzen von Amsterdam. Den Besuchern wird die Möglichkeit geboten durch authentische Räumlichkeiten zu gehen und neben der Betrachtung vieler seiner Kunstwerke auch einen Einblick in den Alltag des Künstlers zu bekommen. Falls man Lust auf einen künstlerisch-inspirierenden Spaziergang mit industriellem Charme bekommt, kann man nach nur 10 Fährminuten vom Bahnhof Amsterdam Centraal durch das Kreativ-Viertel Amsterdams, am Nordufer des Flusses IJ, schlendern. Auf dem Gelände der stillgelegten NDSM-Werft ist ein Kulturareal mit vielen Künstlerateliers, Büros von Architekten, Designern, bildenden Künstlern, Musikern, Filmemachern oder auch Theaterproduzenten entstanden. Offene Türen laden hier zum neugierigen Hineinschauen und sich inspirieren lassen ein. Zum Einkehren gibt es Bars, Restaurants sowie das außergewöhnliche Café Noorderlicht. Und es erklärt sich fast von selbst, dass es in Amsterdam auch abwechslungsreiche Straßenkunst zu entdecken gibt – sogar in einem Museum für Streetart, aber auch beim Schlendern durch die schönen Straßen und Gassen der Innenstadt!

6. Christchurch, Neuseeland

Foto: Flickr/Jocelyn Kinghorn

Foto: Flickr/Jocelyn Kinghorn

Besucht man die an der Ostküste der Südinsel Neuseelands gelegene Stadt Christchurch zum ersten Mal, bemerkt man schnell, dass hier viel bewegt wird. Die Folgen des verheerenden Erdbebens von 2011 sind immer noch sichtbar und spürbar, – das Stadtbild ist geprägt von Baustellen und Konstruktionen. Die Naturkatastrophe hat der Stadt ein anderes Gesicht verliehen, doch inmitten von Konstruktionen und chaotisch wirkender Geschäftigkeit sind in den letzten 5 Jahren sogenannte “Filling the Gap” Projekte entstanden. Im gesamten Innenstadtgebiet (bspw. vor der stark beschädigte Christchurch Cathedral) bilden unterschiedliche Kunstwerke auf kreative und unglaublich originelle Weise einen bunten Kontrast zur Baustellen-Atmosphäre. Motivierte Künstler setzen der vorerst destruktiv erscheinenden Atmosphäre einiges entgegen. Auch für Streetart Künstler haben sich neue Möglichkeiten aufgetan, so dass viele der Flächen und freien Mauern von zerstörten oder beschädigten Gebäuden mit außergewöhnlichen Kunstwerken gestaltet sind, die das Stadtbild auflockern. Eine besonders einfallsreiche Notlösung für die zerstörte Einkaufsmeile stellt die RE:Start Mall in der Cashel Street dar. Hier ersetzen bunte Container die zerstörten Restaurants, Bars und Geschäfte und sorgen für eine farbenfrohe Einkaufsatmosphäre. In blickfangender Architektur und neuerdings mit einer originellen Skulptur (einer mürrisch schauenden Hand) auf dem Dach bietet die Christchurch Art Gallery – “Te Puna o Waiwhetu” (Corner- Und Montreal Straße) im Zentrum von Christchurch besondere Ausstellungen moderner und zeitgenössischer Künstler. Eine etwas andere Art von Kunst – und zwar Akrobatik und Formen des Straßentheaters – kann Ende Januar beim jährlichen World Buskers Festival, einem 10 tägigen Straßenkünstler Festival, erlebt werden. 

7. Penang, Malaysien

Foto: Flickr/Phalinn Ooi

Foto: Flickr/Phalinn Ooi

Der malayische Staat Penang ist besonders für seine schöne Hauptstadt George Town bekannt. Die seit 2008 zum Unesco Weltkulturerbe erklärte Stadt zeichnet sich durch eine wunderschöne, historische Altstadt aus, in die sich definitiv eine Reise lohnt! Auf der Suche nach Streetart, trifft man auf einige fröhliche Werke des litauischen Künstlers Ernest Zacharevic, der viele Wände der historischen Altstadt mit interaktiven Szenen gestaltet hat. Diese zeigen vorrangig spielende Kinder, wobei ein Teil des Bildes der Fantasie des Betrachters überlassen bleibt und unzählige Touristen zu lustigen Fotosessions motiviert. Das alljährlich stattfindende George Town Festival hat der Kunst- und Kulturszene unglaublich gutgetan und eine kleine kulturelle Revolution in Penang ausgelöst. Seitdem entstehen zahlreiche alternative Kunstprojekte. Kunstinteressierte können bspw. das Hin Bus Depot Art Centre (Jalan Gurdwara) besuchen, einen außergewöhnlichen Ausstellungsraum für konzeptuelle Kunstausstellungen in einem ehemaligen Busbahnhof. Ein besonderes Highlight ist auch der Besuch des kleinen Batik Museums Batik Painting Museum Penang in dem es eine Auswahl an Batik Gemälden gibt in denen sich westliche Einflüsse mit chinesischem Handwerk verbinden. 

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